Legionellen im Trinkwasser: Erkennen und vermeiden

Legionellen im Trinkwasser: Erkennen und vermeiden

Veröffentlicht am 1. Oktober 2026 · Redaktion klempner-brenner.de

📋 Inhalt

Legionellen sind Bakterien, die sich bevorzugt in warmem, stehendem Wasser vermehren. Für den Menschen werden sie vor allem dann gefährlich, wenn sie über feine Wassertröpfchen eingeatmet werden – etwa beim Duschen. Wer ein Haus mit eigener Warmwasseranlage besitzt, sollte das Thema ernst nehmen, auch wenn Panik fehl am Platz ist. Mit ein paar gezielten Kontrollen lässt sich das Risiko deutlich senken.

Das Problem: Warum Legionellen unterschätzt werden

Legionellen sind geruchlos, geschmacklos und mit bloßem Auge nicht erkennbar. Viele Hausbesitzer bemerken ein Problem erst, wenn ein Wassertest in der Hausarztpraxis oder beim Gesundheitsamt auffällig wird – oder wenn jemand im Haushalt ungeklärte grippeähnliche Symptome entwickelt, die auf eine Legionellose hindeuten könnten. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Personen mit geschwächtem Immunsystem und Raucher. Das eigentliche Tückische: Die Bakterien sitzen nicht im Trinkwasser selbst, sondern vermehren sich in der Hausinstallation – also genau dort, wo Eigentümer selbst Verantwortung tragen.

Ursache: Wo sich Legionellen vermehren

Legionellen fühlen sich in einem Temperaturbereich zwischen etwa 25 und 45 Grad Celsius besonders wohl. Genau in diesem Bereich bewegt sich leider oft die Warmwassertemperatur in Keller- oder Dachboden-Installationen, wenn der Speicher zu niedrig eingestellt ist oder zu selten durchgespült wird. Typische Ursachen in der Praxis:

Besonders in älteren Mehrfamilienhäusern mit zentraler Warmwasserbereitung ist das Risiko höher, weil die Leitungswege länger sind und sich Temperaturunterschiede über die Distanz einschleichen.

Selbsthilfe: Was Sie selbst prüfen können

Sie müssen kein Sanitärprofi sein, um erste Risikofaktoren selbst zu kontrollieren. Ein einfaches Thermometer, etwa ein digitales Einstichthermometer aus dem Baumarkt, reicht für die ersten Checks bereits aus.

✅ Eigenkontrolle Warmwasseranlage
  • Warmwassertemperatur am Speicheraustritt messen (sollte über 60 Grad liegen)
  • Temperatur an der entferntesten Zapfstelle prüfen (mindestens 55 Grad nach einer Minute Laufzeit)
  • Selten genutzte Zapfstellen mindestens einmal wöchentlich kurz voll aufdrehen
  • Duschköpfe und Perlatoren auf Kalk- und Schmutzablagerungen prüfen und reinigen
  • Alter und Zustand des Warmwasserspeichers kontrollieren
  • Bei Mehrfamilienhäusern: Protokolle der letzten Legionellenprüfung beim Vermieter einsehen

Wenn Sie feststellen, dass die Temperaturen dauerhaft im kritischen Bereich liegen oder einzelne Leitungsabschnitte kaum genutzt werden, können Sie mit einfachen Maßnahmen gegensteuern.

🛠️ Erste Maßnahmen bei Verdacht
  • 1Warmwassertemperatur am Speicher auf mindestens 60 Grad Celsius einstellen lassen
  • 2Alle Zapfstellen im Haus nacheinander für mehrere Minuten voll aufdrehen und Wasser laufen lassen
  • 3Duschköpfe und Perlatoren demontieren, entkalken und auf Ablagerungen prüfen
  • 4Stagnierende Leitungsabschnitte identifizieren und Nutzung dokumentieren
  • 5Bei Unsicherheit eine Wasserprobe durch ein erfahrenes Labor entnehmen lassen

Wichtig: Eine höhere Speichertemperatur allein erhöht den Energieverbrauch, hilft aber nur, wenn das Wasser auch tatsächlich bis in alle Leitungen mit ausreichender Temperatur ankommt. Hier zeigt sich oft erst beim Nachmessen an der entferntesten Zapfstelle, ob die Einstellung überhaupt wirkt.

Wann Sie den Profi rufen sollten

Eigenkontrolle hat Grenzen. Sobald eine Laboranalyse einen auffälligen Befund zeigt, sollten Sie nicht selbst an der Anlage herumschrauben, sondern einen Fachbetrieb einbeziehen. Auch bei folgenden Situationen ist professionelle Unterstützung sinnvoll:

Ein Fachbetrieb kann mit geeigneten Messgeräten die komplette Anlage durchmessen, Schwachstellen im Leitungsnetz identifizieren und bei Bedarf eine thermische oder chemische Desinfektion durchführen. Auch der Austausch veralteter Mischbatterien, Rückschlagventile oder Speicherarmaturen gehört in diesen Bereich.

Häufige Fragen

Was kostet das?

Der Aufwand für eine Legionellenprüfung oder Sanierung der Warmwasseranlage hängt stark vom Einzelfall ab – von der Größe der Anlage über die Zugänglichkeit der Leitungen bis zum tatsächlichen Befund. Einen pauschalen Preis am Telefon zu nennen wäre unseriös, da wir die Situation vor Ort erst einschätzen müssen. Wir achten darauf, den Aufwand so gering wie möglich zu halten und nur das zu erledigen, was wirklich notwendig ist.

Wann und wie wird bezahlt?

Bezahlt wird erst, nachdem die Arbeit erledigt ist – bar oder mit EC-Karte direkt vor Ort.

Wie erkenne ich, ob mein Wasser mit Legionellen belastet ist?

Mit bloßem Auge gar nicht. Sicherheit gibt nur eine Wasserprobe, die in einem erfahrenen Labor auf Legionellen untersucht wird. Erste Hinweise liefern aber dauerhaft zu niedrige Warmwassertemperaturen oder selten genutzte Leitungen.

Reicht es, die Temperatur am Speicher zu erhöhen?

Das ist ein wichtiger erster Schritt, aber nicht automatisch ausreichend. Wenn das warme Wasser auf dem Weg durch lange oder schlecht gedämmte Leitungen abkühlt, bleibt das Risiko an den entfernten Zapfstellen bestehen. Deshalb sollte immer an mehreren Stellen im Haus nachgemessen werden.

Betrifft das Thema nur alte Häuser?

Nein. Auch in neueren Gebäuden kann es durch falsch dimensionierte Leitungen, selten genutzte Nebenbäder oder fehlerhafte Installation zu Problemen kommen. Entscheidend ist weniger das Baujahr als die tatsächliche Nutzung und Einstellung der Anlage.

Bin ich als Vermieter zu einer Prüfung verpflichtet?

Bei zentralen Großanlagen mit mehreren Wohneinheiten sieht die Trinkwasserverordnung regelmäßige Untersuchungen vor. Als Eigentümer sollten Sie sich über die aktuellen Fristen informieren und die Prüfungen dokumentieren lassen.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Warmwasseranlage ein Risiko birgt, oder einen auffälligen Laborbefund in den Händen halten, zögern Sie nicht zu lange. Rufen Sie uns an unter 0152 57466282 – wir schauen uns Ihre Anlage vor Ort an und sagen Ihnen ehrlich, was wirklich notwendig ist.

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